Kompost, Gartenhaus & Co – wenn der eigene Garten zum Streitfall wird

Arbeiten mit dem Rasentraktor SK-R175Ein großes Gartengrundstück bringt zwar viel Arbeit mit sich, aber wenn Aufsitzmäher und Motorschubkarre endlich im Gartenhaus ruhen, kann man die Früchte der eigenen Arbeit genießen. Und wenn der Kompost am Gartenzaun zudem noch ausreichend Platz für Pflanzenreste aus den Beeten und der Küche bietet, ist die Welt für den Gartenbesitzer fast perfekt.

Aber eben nur fast. Denn nicht selten sind es gerade Gartenlauben, Gerätehäuser und der frisch angelegte Kompost, die eine ungeahnte Dynamik entfalten. Nämlich dann, wenn sich der Nachbar davon gestört fühlt und auf sein Recht pocht. Und mitunter wird es dann für den Besitzer von Aufsitzmäher, Motorschubkarre, Rasentrimmer und Co teuer.

Wichtige Hinweise zum Komposthaufen

Ein Komposthaufen bietet die Chance auf nährstoffreichen Boden und ist perfekt für die Aufnahme pflanzlicher Abfälle. Allerdings geht mit der Kompostierung organischer Substanzen immer wieder eine gewisse Geruchsbelästigung einher. Ein Grund, weshalb der Nachbar auf dessen Beseitigung pochen kann – allerdings nicht uneingeschränkt.

Denn die grundsätzliche Kompostierung ist nach richterlichem Dafürhalten erlaubt (u. a. LG München Az: 23 O 14452/86). Bevor man allerdings munter Reste auf dem Kompost ablädt, sollte man einen Blick in die jeweils geltenden Nachbarschaftsgesetze werfen. Hier kann ein Mindestabstand zum Nachbargrundstück vorgeschrieben werden. In Sachen haben Gartenbesitzer bis zu einer Höhe von 2 m etwa 0,50 m Abstand zum Nachbarn einzuhalten.

Garten- und Gerätehaus nicht überall erlaubt

Ein Garten- oder Gerätehaus ohne eigene Bodenplatte sollte eigentlich im eigenen Garten kein großes Problem sein. Schließlich will man den Rasentraktor, Laubsauger und vielleicht auch die Schneefräse sicher vor der Witterung unterbringen. Also schnell im Baumarkt ein Gerätehaus organisiert und aufgestellt. Ärger ist in diesem Fall vorprogrammiert. Denn auch wenn es sich nicht um eine genehmigungspflichtige Errichtung handelt, können Bebauungsplan und die geltende Bauordnung dem widersprechen.

Letztere regeln auf Landesebene unter anderem, welchen Abstand Grundstücksbesitzer mit ihren Errichtungen zum Nachbarn einhalten müssen – oft 3 m. Werden diese unterschritten, kann unter Umständen ein Beseitigungsanspruch entstehen.

Unser Tipp: Bevor Sie unüberlegt auf dem eigenen Grundstück aktiv werden, sollten Sie sich nicht nur in Bezug auf geltende Vorschriften informieren, sondern auch mit dem Nachbarn sprechen – um Ärger schon vorab zu vermeiden.

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