Brennholz Trocknung

Brennstoff Holz: Warum Kamin- und Brennholz trocknen

Wer Holz als Brennstoff einsetzen will, sich bisher darüber aber keinerlei Gedanken gemacht hat, wird um ein wenig „graue“ Theorie nicht herumkommen. Denn als nachwachsender Rohstoff verhält sich Holz etwas anders als zum Beispiel Erdgas oder Kohle, die relativ unkompliziert und oft bedenkenlos in den Ofen einer Kleinfeuerungsanlage wandern. Wo liegen unter anderem die Probleme einer Holzfeuerung?

Was in einer Kleinfeuerungsanlage verbrannt werden darf, regelt unter anderem die 1. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz. Zu den nach § 3 erlaubten Brennstoffen gehören unter anderem Brennstoffe in Form von stückigem Holz (Scheitholz oder Hackschnitzel) oder Sägemehl und Presslinge, die bekannten Holzpellets.

Interessanter ist allerdings ein Passus, der sich in § 3 Abs. 3 wiederfindet: Erlaubt sind die Brennstoffe aus Holz nur dann, wenn deren Feuchtigkeitsgehalt unter 25 Prozent liegt. Wer sich als Besitzer eines Holzofens also schon immer gefragt hat, warum man Holz trocknet, findet hier einen Teil der Antwort.

Restfeuchte entscheidet über Heizwert

Allerdings wird Holz noch aus einem ganz anderen Grund getrocknet, den Menschen bereits früh erkannten: Der Heizwert des Brennstoffs Holz sinkt mit zunehmender Feuchte. Eine Tatsache, die sich in der Vergangenheit hat messen lassen. Der Grund: Im Holz enthaltenes Wasser verdampft und nimmt damit Energie auf. Genau diese Energiemenge fehlt letztlich aber, um zum Heizen genutzt werden zu können.

Wie stark der Einfluss von Feuchtigkeit ist, lässt sich leicht berechnen. Angenommen, 1 kg Nadelholz (Heizwert Trockenmasse 5,2 kWh) enthält 15 Prozent Wasser (Energieaufwand zum Verdampfen des Wassers: 0,63 kWh), dann würde sich ein realer Heizwert von 4,066 kWh ergeben, was 78,18 Prozent des Heizwerts der Trockenmasse entspricht. Damit sinkt durch die Feuchtigkeit im Holz die „Ausbeute“ erheblich.

Anhand dieses kurzen Rechenbeispiels wird klar, warum ein möglichst hoher Trocknungsgrad für Feueranlagen, die auf den Brennstoff Holz setzen, so wichtig ist. Allerdings lässt sich im Rahmen der natürlichen Trocknung nur ein Zustand erreichen, in dem noch eine gewisse Restfeuchte im Holz vorhanden ist, der Begriff lufttrocken erfasst eine Feuchtigkeit im Brennholz von rund 15 Prozent (jahreszeitlich schwankend).

Übrigens: Kammergetrocknetes Brennholz zeichnet sich nicht zwingend durch eine geringere Feuchte als natürlich getrocknetes Brennholz aus. Allerdings erreicht man hier einen konstanten Trocknungsgrad unabhängig von den natürlichen Bedingungen, muss aber auf technische Hilfsmittel und zusätzliche Energie setzen, was kammergetrocknetes Holz in der Regel teurer macht.